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24 Dinge, die ich mit 24 Jahren über Fotografie gelernt habe

  • Autorenbild: Tessa
    Tessa
  • 7. Juli 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Wenn ich auf meine letzten 24 Jahre zurückblicke, gibt es eine Konstante, die mich (fast) immer begleitet hat: Eine Kamera. Von den ersten unscharfen Schnappschüssen mit der Kamera meiner Mutter (siehe Fotobeweis) bis hin zu den Momenten, in denen ich endlich das perfekte Licht erwischte, hat die Fotografie mich auf eine spannende Reise mitgenommen.


Im Haus meiner Großeltern entstand dieses Foto. Der konzentrierte/kritischere Fotografen-Gesichtsausdruck darf natürlich nicht fehlen.
Im Haus meiner Großeltern entstand dieses Foto. Der konzentrierte/kritischere Fotografen-Gesichtsausdruck darf natürlich nicht fehlen.

Dabei habe ich nicht nur unzählige Bilder geschossen, sondern auch jede Menge gelernt. Nun, da ich 24 Jahre alt bin, möchte ich 24 Lektionen teilen, die ich über Fotografie gelernt habe. Egal, ob du selbst ein Foto-Enthusiast bist oder einfach nur neugierig – ich hoffe, dass dich diese Liste inspiriert!



  1. Ohne Licht ist alles nichts: Die Tageszeit beim Fotografieren, die Lichtquelle oder der Lichtwinkel – all das entscheidet über den Look deines Bildes. Sei dir der verschiedenen Eindrücke bewusst. Mein Favorit bleibt dabei immer die „Golden Hour“.


Ohne das besondere Licht wäre dieses Foto recht gewöhnlich geworden. (Die geringere Qualität ermöglicht ein schnelleres Laden des Blogs.)
Ohne das besondere Licht wäre dieses Foto recht gewöhnlich geworden. (Die geringere Qualität ermöglicht ein schnelleres Laden des Blogs.)

  1. Kenne die Regeln der Bildkomposition: Dazu gehören zum Beispiel die Drittelregel (kurz: Ein Bild wird in neun gleich große Teile unterteilt, wichtige Elemente werden an den Linien oder Schnittpunkten platziert) oder der goldene Schnitt (kurz: ein harmonisches Verhältnis von 1:1,618, das das Bild ästhetisch teilt). Behalte sie im Hinterkopf, um dich beim Fotografieren eines Motivs besser orientieren zu können.




  1. Natural Framing: Einer meiner Lieblingstipps besteht darin, sich natürliche "Rahmen" zu suchen, die das zu fotografierende Motiv "einrahmen". Dieser Tipp lässt sich fast überall umsetzen. Besonders in der Natur und in der Architektur.




  1. RAW-Fotografie: Wenn du im RAW-Format fotografierst, kannst du auch nachträglich noch das meiste aus deinen Bildern herausholen.



  1. Keine Angst vor "Technik": Für völlige Neulinge mögen die verschiedenen technischen Einstellungen erstmal abschreckend wirken. Doch die "Technik" deiner Kamera ist ein Werkzeug, das dir dann am meisten hilft, wenn du es völlig verstehst. Wie bei vielen anderen Themenfeldern im Leben hilft es, mit Interesse am Potenzial dessen, sich Stück für Stück damit vertraut zu machen.



  1. Lernen hört nie auf: „Resources are limited; creativity is unlimited.“ Das hat John Mackey, Entrepreneur und Co-Founder von Whole Foods, in seinem Buch Conscious Capitalism: Liberating the Heroic Spirit of Business geschrieben. Auch wenn es hier um Fotografie geht, bleibt die Message gleich: Kreativität, und somit auch das Lernen mit ihr und über sie, ist grenzenlos.



  1. Authentische Portraits: Häufig neigt man dazu, gerade als Anfänger, einfach auf die Gesichtsmitte zu fokussieren. Besser ist es aber, auf die Augen zu fokussieren. Das kreiert einen besseren und authentischeren Look deiner Bilder.


Dieses Model hatte sowieso schon einen ausdrucksstarken Blick. Der Fokus auf ihre Augen verstärkt die Wirkung des Bildes zusätzlich.
Dieses Model hatte sowieso schon einen ausdrucksstarken Blick. Der Fokus auf ihre Augen verstärkt die Wirkung des Bildes zusätzlich.

  1. Schwarz-Weiß-Magie: Manche Fotos wirken in Schwarz-Weiß noch ausdrucksstärker. Besonders gut eignet sich das für Architekturaufnahmen.


Eins meiner Lieblingsbilder in Schwarz-Weiß. Die Höhe des Gebäudes wird durch die heller werdenden Graustufen betont.
Eins meiner Lieblingsbilder in Schwarz-Weiß. Die Höhe des Gebäudes wird durch die heller werdenden Graustufen betont.

  1. Spiel der Kontraste: Kontraste in Bildern können sowohl auf Elemente bezogen sein (wie z.B. ein altes Gebäude neben einem modernen) als auch auf Farben (hell und dunkel).



  1. Der Reiz des Zufalls: Wir Fotografen neigen häufig dazu, unseren Perfektionismus überhand ergreifen zu lassen. Umso wichtiger, auch einfach mal spontan auf den Auslöser zu drücken.


Dieses Foto ist vor einigen Jahren entstanden, als ich Portraitfotografie zum ersten Mal ausprobiert habe. Die natürliche Wirkung ist durch die Spontanität des Bildes entstanden. Ich habe hier übrigens mit Blitz fotografiert. Das Fotografieren mit Blitz birgt auch viel Potenzial, aber das ist wohl einen eigenen Blogartikel wert.
Dieses Foto ist vor einigen Jahren entstanden, als ich Portraitfotografie zum ersten Mal ausprobiert habe. Die natürliche Wirkung ist durch die Spontanität des Bildes entstanden. Ich habe hier übrigens mit Blitz fotografiert. Das Fotografieren mit Blitz birgt auch viel Potenzial, aber das ist wohl einen eigenen Blogartikel wert.

  1. Location Scouting: Es lohnt sich, ein gewisses Maß an Vorarbeit zu investieren, um neue Locations (und Uhrzeiten für das gewünschte Licht!) im Voraus zu bestimmen.



  1. Spiegelwelten: Diesen Punkt möchte ich dir besonders ans Herz legen. Reflexionen können als kreatives Werkzeug in Spiegelungen im Wasser oder auch in Fensterscheiben (mein geheimer Favorit) verwendet werden.


Mit der Ausführung hier bin ich noch nicht so zufrieden. Die Wirkung der Reflexionen in den Fenstern zeigt dennoch gut, was möglich ist.
Mit der Ausführung hier bin ich noch nicht so zufrieden. Die Wirkung der Reflexionen in den Fenstern zeigt dennoch gut, was möglich ist.

  1. Vor die Kamera treten: Wer andere Menschen fotografiert, sollte wissen, wie es sich anfühlt, vor der Kamera zu stehen. Selbstportraits bieten hier eine intimere und angenehmere Atmosphäre, solltest du dich ansonsten vor der Kamera eher unwohl fühlen.


Kein Selbstportrait, aber bei diesem Fotoshooting stand ich auch mal vor der Kamera :) Als Übung sehr zu empfehlen
Kein Selbstportrait, aber bei diesem Fotoshooting stand ich auch mal vor der Kamera :) Als Übung sehr zu empfehlen

  1. Vertrauen als Basis: Ohne Vertrauen deines Models zu dir als Fotograf entstehen keine guten Bilder. Sie wirken gestellt und unauthentisch. Achte darauf, aufrichtig zu kommunizieren und gehe individuell auf deinen Shootpartner ein.



  1. Bildausschnitte: Nicht alles muss im Hochformat oder Querformat geschossen werden. Auch das 1:1-Format bietet bei den richtigen Motiven einen Reiz.


Die geometrischen Formen dieses Gebäudes kann ich durch das 1:1 Format viel besser betonen
Die geometrischen Formen dieses Gebäudes kann ich durch das 1:1 Format viel besser betonen

  1. Farbpaletten meistern: Farben prägen die Stimmung deines Fotos. Manche Farbpaletten springen mir als Mediengestalterin regelrecht entgegen. Halte die Augen nach solchen Kombinationen offen.



  1. Dein eigener Stil: Vertraue deinen fotografischen Instinkten – über einen längeren Zeitraum hinweg wirst du deinen eigenen "Look & Feel" herausbilden können. Das kann durch Bildsprache und Stimmung, aber auch Wahl deiner Farbfilter entstehen.



  1. Geschwindigkeit im Griff: Den Moment mit der richtigen Verschlusszeit einfangen. Mit der Verschlusszeit kannst du nicht nur die Helligkeit deines Bildes steuern (indem du einstellst, wie lange Licht einfallen soll), sondern kannst auch Bewegungen unterschiedlich einfangen. Gerade in der Sportfotografie ist eine kurze Verschlusszeit entscheidend, während sich für Aufnahmen von Wasserfällen längere Verschlusszeiten eignen.


Hätte ich dieses Bild mit einer kürzeren Verschlusszeit aufgenommen, wäre der leichte Bewegungseffekt um die Haare und Hände der Frau nicht entstanden. Eine noch längere Verschlusszeit hingegen hätte dazu geführt, dass die Frau komplett unscharf abgebildet worden wäre. Das hätte zwar ebenfalls spannend wirken können, doch dafür hätte ich ein Stativ benötigt – andernfalls hätten selbst kleinste Verwacklungen das gesamte Bild beeinträchtigt.
Hätte ich dieses Bild mit einer kürzeren Verschlusszeit aufgenommen, wäre der leichte Bewegungseffekt um die Haare und Hände der Frau nicht entstanden. Eine noch längere Verschlusszeit hingegen hätte dazu geführt, dass die Frau komplett unscharf abgebildet worden wäre. Das hätte zwar ebenfalls spannend wirken können, doch dafür hätte ich ein Stativ benötigt – andernfalls hätten selbst kleinste Verwacklungen das gesamte Bild beeinträchtigt.

  1. Symmetrien finden: Schule deinen Blick für Symmetrieachsen. Besonders einfach ist das in der Architekturfotografie.




  1. Perspektivwechsel: Nicht nur der Blick nach oben oder nach unten lohnt sich, sondern auch der Blick zurück. Was ich damit meine, ist, dass wir beim Fotografieren von Sehenswürdigkeiten häufig frontal fotografieren. Mental haken wir das Fotografieren der Sehenswürdigkeit dann als erledigt ab. Wir gehen weiter, ohne noch einmal einen Blick über die Schulter zu werfen. Dieser lohnt sich aber umso mehr, gerade für noch „unentdecktere“ Blickwinkel auf unser Motiv.


Dieser Blick auf die Kirche wäre mir beinahe entgangen, hätte ich mich nicht nochmal umgedreht
Dieser Blick auf die Kirche wäre mir beinahe entgangen, hätte ich mich nicht nochmal umgedreht

  1. Schatten als Gestaltungselement: Die Kunst des Spiels mit Licht und Dunkel in Form von Schatten wird häufig übersehen. Umso lohnenswerter, die Augen dafür offen zu halten.



  1. Geschichten in Serie: Ehrlicherweise habe ich das Potential von Bilderserien selbst bisher nicht ausgeschöpft. Daher hier eine Bildserie von damals aus der Oberstufe ;) Ich wollte das Thema hier aber als Impuls zur Kreativität auf jeden Fall erwähnen.


Wir hatten in unserem Kunstkurs das Thema "Verfall", soweit ich mich erinnere. Dazu sollten wir eine Fotoserie erstellen.
Wir hatten in unserem Kunstkurs das Thema "Verfall", soweit ich mich erinnere. Dazu sollten wir eine Fotoserie erstellen.
  1. Die Sache mit dem Vergleichen

    Selbst mit 24 Jahren muss ich zugeben, dass es für mich manchmal nur eine schmale Gratwanderung zwischen „Die Arbeit dieses Fotografen bewundere ich sehr“ und „Komme ich jemals an sein/ihr Niveau dran?“ gibt. Sich zu vergleichen ist in meinen Augen nichts Schlechtes, doch es kommt darauf an, welchen Effekt das auf einen selbst hat. Als Inspiration kann man dadurch viel Motivation gewinnen. Intensiver vergleichen sollte man sich jedoch nur mit der eigenen Version seiner selbst.



  1. Fotografiere das Unkonventionelle: "Schönheit liegt im Auge des Betrachters" – Dieser bekannte Spruch bedeutet für uns Fotografen, dass niemand die Welt durch die Linse exakt so sieht, wie man sie selber wahrnimmt. Das heißt, dass du Momente einfangen kannst, an deren Schönheit jemand anderes ahnungslos vorbeigehen kann. Und andersrum ;).

    Gerne darf es dabei auch unkonventionell oder komisch werden. Zum Abschluss von Punkt 24 hier also ein Foto, welches mich immer noch gerne zum Schmunzeln bringt.


Die Natur bahnt sich immer einen Weg. Da bleibt auch ein schiefes "Straßenschäden"-Schild nicht verschont.
Die Natur bahnt sich immer einen Weg. Da bleibt auch ein schiefes "Straßenschäden"-Schild nicht verschont.

Ich hoffe, der ein oder andere dieser 24 Tipps konnte dir neue Perspektiven innerhalb der Fotografie aufzeigen. Wenn dem so ist, freue ich mich, wenn du diesen Artikel auch an andere Fotografie-Interessierte weiterleitest. Vielen Dank für deine Zeit und fürs Lesen!





 
 
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